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Apfelwein
wird im hessischen Raum auch Ebbelwoi, Äbbelwoi oder Ebbelwei genannt. Auf
das von Großkeltereien propagierte Marketing Modewort Äppler
(übrigens ein eingetragenes Warenzeichen der Kelterei Possmann)
reagieren viele Apfelweinliebhaber allergisch, weshalb dieser Begriff insbesondere
in alteingesessenen Apfelweinschenken tunlichst vermieden werden sollte.
Dort findet eher der Begriff Schoppe
einen positiven Anklang.
Üblicherweise besitzt der
Apfelwein einen
Alkoholgehalt von mind. 5,5 - 7 Prozent und einen herben, sauren Geschmack.
Apfelwein
wird üblicherweise im Gerippten (= Glas mit
Rautenschnitt, dessen Schnitte das Licht reflektieren) serviert. Bei
größerem Durst kann der Schoppe auch im Bembel, einem Krug, serviert werden. Das
dickbäuchige Gefäß aus salzglasiertem Steingut hat üblicherweise eine
graue Grundfarbe mit blauem Muster. Die verschiedenen Größen werden in der
Regel nach ihrem Inhalt in Gläsern benannt (bspw. 4er oder 8er Bembel).

Hergestellt und konsumiert wird Apfelwein vornehmlich in Hessen. Jedoch
kennt man das Getränkt auch in Merzig (Saarland), im
Trierer Raum sowie im Grenzgebiet von
Luxemburg zu Doitschland. Neben den wenigen Großkeltereien gibt es im
Hessenland eine Vielzahl von Gastronomiebetrieben, die
Apfelwein selbst herstellen, sowie kleine und private Keltereien, die noch
nach alten Hausrezepten keltern.
In
Bezug auf Apfelwein existiert eine vielfältige Produktpalette. Es gibt
Apfelweinbrot, -eis, -käse, -kuchen, und
-bratwurst. Andere Highlights der Produktpalette sind z.B. der Apfelschaumwein,
Gin
und der
Apfelweinlikör. Selbst die Reste des Apfels werden außer als
Schafkraftfutter auch für den menschlichen Verzehr verwendet. So gelten etwa
Schnitzel paniert mit Trester (= die nach dem Keltern
übrig gebliebenen Schalen) als besondere Spezialität.

Apropos, das Mischen
z.B. mit Cola oder Limonade gilt bei vielen Apfelweinliebhabern als
Kulturverbrechen. Einige Puristen unter den selbstkelternden Wirten
verweigern einen solchen den Ausschank. So gibt es beispielsweise einige
Frankfurter Apfelweinlokale, in denen grundsätzlich keine Mischvarianten ausgeschenkt
werden. Bestellt ein Gast dennoch, so wird ihm Apfelwein
und Limonade getrennt voneinander serviert, der „Kulturfrevel“ des
Mischens wird diesem selbst überlassen. |