"Frankforterisch", wie man die Mundart in Frankfurt nennt, wird heutzutage nur noch von wenigen Einwohnern der Mainmetropole beherrscht. Die gebürtigen Frankfurter befinden sich längst in der Unterzahl. Es galt außerdem lange als unschick im Dialekt zu sprechen. Zum Glück wird die Frankfurter Mundart seit einigen Jahren jedoch wieder zunehmend gepflegt.

Die Frankfurter Stadtmundart in ihrer ursprünglichen Form ist einer der Hessisch-Nassauischen Dialekte und zählt zu den Rheinfränkischen Dialekten. Die eng verwandten Dialekte, die im Rhein-Main-Gebiet gesprochen werden, decken nur einen kleinen Raum ab. Im restlichen Hessen wird merkbar anders gesprochen. Noch bis mindestens in die 1980er-Jahren hinein konnte man bei älteren Einwohnern deutlich unterscheiden, ob sie aus der ursprünglichen Kernstadt stammten oder zum Beispiel aus den nördlichen, eingemeindeten Stadtteilen. 

Es gibt ferner zahlreiche Berichte darüber, dass die Einwohner der Altstadt am Sprachklang er- kennen konnten, ob jemand aus dem Stadtteil Bornheim stammte oder aus Bockenheim. Wie in vielen anderen Großstädten vermischte sich die Frankfurter Stadtmundart, besonders infolge der Bevölkerungsverschiebungen nach der voll- ständigen Zerstörung der Frankfurter Altstadt im Zweiten Weltkrieg, mit benachbarten Varianten und aufgrund der intensiveren Hörfunk- und Fernsehnutzung seit den 1950er-Jahren auch mit dem Hochdeutschen, wodurch ein Regiolekt entstand. 

Große Verdienste um die Hessische Mundart haben sich auch die "Bembelrocker" der Rodgau Monotones mit Hits wie "Erbarme (zu spät) die Hesse komme" und "Ei guuude wie" erworben. Das bekannte Apfel- weinlied "Die Fraa Rauscher aus de Klappergass" ist ein weiteres, sehr

originelles Beispiel für die Frankfurter Mund- art. In jüngerer Zeit bestimmten Comedy Gruppen wie "Badesalz" und "Mundstuhl", sowie Komiker "Bodo Bach" und "Maaaddin", aber auch der Kabarettist "Rainer Bange" die Dialektszene im südhessischen Raum. Pflicht- lektüre für alle Mundart-Interessierten sind die

Gedichte und Geschichten in Frankfurter Mundart des großen Frank- furter Mundartdichters Friedrich Stolze. Ein schönes Beispiel dafür ist eines seiner bekanntesten Gedichte "wie kann nor e Mensch net von Frankfort sei" - quasi eine Hommage an seine Vaterstadt.

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